In den Wochen nachdem Kanada als erstes G7-Land überhaupt Cannabis legalisierte, haben viele Geschäfte, sowohl der Einzelhandel als auch Online-Stores, Schwierigkeiten, die hohe Nachfrage zu decken. Kanadas Cannabis-Engpass ist so gravierend, dass viele Konsumenten sich wieder dem Schwarzmarkt zugewandt haben. Einige machen die neuen Bestimmungen für den Engpass verantwortlich.

Vor der Legalisierung produzierte der kanadische Cannabismarkt rund 80 Tonnen pro Jahr für etwa 200.000 Cannabis-Patienten. Im Jahr 2017 veröffentlichte das Canadian Parliamentary Budget Office (das parlamentarische Haushaltsbüro Kanadas) einen Bericht, in dem es erklärte, dass die Kanadier bis 2018 bis zu 655 Tonnen Cannabis konsumieren würden und dass diese Zahl bis 2021 auf 734.000 Kilo pro Jahr ansteigen könnte, wenn die Versorgung von mehr als fünf Millionen Cannabiskonsumenten gewährleistet werden soll.

Im Oktober 2018 kamen bereits binnen weniger Tage nach der Legalisierung Berichte über Dispensaries mit leeren Regalen, Tausende unbearbeitete Online-Bestellungen, lange Warteschlangen vor Ladengeschäften, frustrierte Einzelhändler und Konsumenten und abstürzende Websites zum Vorschein. SQDC, eine Dispensary in Quebec, hat am ersten Tag mehr als 12.500 Transaktionen in den Filialen und 30.000 Online-Bestellungen abgewickelt, was die Erwartungen bei Weitem übertraf.

In British Colombia (BC) gab es am Morgen der Legalisierung nur eine einzige Dispensary: der BC Cannabis Store in Kamloops. High North, eine familiengeführte Dispensary in Labrador, hatte nur drei Stunden nach der Eröffnung keine Vorräte mehr und der Zeitpunkt einer Nachlieferung ist nach wie vor ungewiss. Living Skies Cannabis ist ein in Saskatoon ansässiger Einzelhandel und obwohl die Ladeninhaberin Cierra Sieben-Chuback ihre Kunden sehr wohl bedienen möchte, kann sie nicht genug Cannabis heranschaffen. „Es gibt einfach nicht genug Vorräte“, sagt sie. „Das gilt im Grunde genommen für das ganze Land.“

Zwölf der zwanzig Filialen der Provinz New Brunswick mussten aufgrund von Bestandmangel kurzzeitig geschlossen werden. Die staatliche für den Verkauf von Cannabis zuständige Agentur erklärte auf ihrer Website: „Einzelhändler befinden sich landesweit in einer ähnlichen Situation.“ Online sind in Ontario bestimmte Produkte vollständig ausverkauft und die Nachlieferungen werden durch lange Wartezeiten gedrosselt.

Der Geschäftsführer der Firma Canopy Growth, Bruce Lipton, fordert Geduld und erinnert daran, dass die Legalisierung ein anhaltender Prozess ist. „Am ersten Tag wird es keine 14.000 [Marihuana-]Geschäfte geben. Eine Zeit lang wird es mehr Menschen geben, die Cannabis kaufen wollen, als Menschen, die Cannabis kaufen können.“ Aphrias Geschäftsführer Vic Neufeld erklärt, dass die Nachfrage höher ist als erwartet und die Probleme in der Lieferkette normal sind, denn „es ist wie eine fünfspurige Autobahn, die plötzlich einspurig wird.“

Health Canada, die staatliche Institution, welche für die Vergabe von Lizenzen an Produzenten zuständig ist, erkannte 2017 das Problem des Versorgungsengpasses und begann, das Antragsverfahren zu straffen, um den Weg für neue Produzenten so schnell wie möglich zu ebnen. Bislang gibt es 132 lizenzierte Cannabisproduzentenin Kanada. Sie verfügen zwar über das Kapital, um die Produktion auf bis zu 500 Tonnen zu steigern, aber Experten warnen, dass es bis zu drei Jahre dauern kann, bis die Nachfrage langfristig gedeckt ist.

Laut Health Canada kann der aktuelle Vorrat zwischen 30 und 60 Prozent der Nachfrage decken. Es heißt, dass die Produzenten bisher mehr als 14,5 Tonnen getrocknetes Cannabis und 370 Liter Cannabisöl abgegeben haben. Aktuelle Inventuren ergaben überdies mehr als 90 Tonnen an getrockneten Produkten sowie 41.000 Liter Cannabisöl.

Viele sehen die Schuld an den Problemen bei der strengen staatlichen Kontrolle des Vertriebs und Verkaufs von Cannabis. Während BC, Alberta, Neufundland und Labrador auch Privatleuten den Eintritt in den Einzelhandel ermöglichen, können in Quebec, Prince Edward Island, Ontario, Nova Scotia und New Brunswick nur staatliche Geschäfte Weed verkaufen.

Auch die Zahl der Dispensaries in den einzelnen Provinzen schwankt stark. In Alberta sollen im ersten Jahr bis zu 250 Filialen eröffnet werden, während es in Ontario lediglich 40 und in Quebec sowie New Brunswick mit nur 20 Dispensaries sogar noch weniger sein sollen. In jeder der Provinzen ist der Prozess der Lizenzerteilung langwierig, was Verzögerungen, Unsicherheit und Frustration bei Unternehmern und Konsumenten zugleich mit sich bringt.

Anfang November gab Ontarios Regierung ihre Verordnungen für private Cannabisläden bekannt. Die Lizenzanträge beginnen am 17. Dezember und werden nicht an Cannabishändler vergeben, die nach dem Legalisierungsdatum am 17. Oktober bereits tätig waren. Jeder, der mit organisierter Kriminalität in Verbindung steht oder die Einhaltung der Steuervorschriften nicht nachweisen kann, wird ebenfalls aus der Branche ausgeschlossen.

Auch beklagen sich die Konsumenten über die Preise, die sich von Provinz zu Provinz sehr unterschiedlich gestalten. Zum Beispiel variiert der Preis von Lemon Skunkzwischen 11,22 kanadischen Dollar pro Gramm in British Colombia und 15,50 kanadischen Dollar pro Gramm in New Brunswick. Der Brutto-Preis wird auf etwa 7,50 kanadische Dollar pro Gramm geschätzt. Einer der ersten Käufer im Cannabis NB Store in Moncton, New Brunswick, verließ die Dispensary ohne etwas zu kaufen, weil die Preise zu hoch waren.

Back in 2015, when Prime Minister Trudeau announced plans to legalize cannabis, he said his goal was to eliminate the “criminal organizations” selling it. As a result, the new regulations impose far tougher penalties on anyone selling without a license. Prior to legalization, an arrest for selling weed meant a short jail term at worst.

Bereits 2015, als Premierminister Trudeau Pläne zur Legalisierung von Cannabis ankündigte, sagte er, sein Ziel sei es, „kriminelle Organisationen“ zu beseitigen, die Cannabis verkaufen. Infolgedessen verhängen die neuen Vorschriften weitaus strengere Strafen für jeden, der ohne Lizenz Marihuana verkauft. Vor der Legalisierung erhielt man für den Verkauf von Gras schlimmstenfalls eine kurze Freiheitsstrafe.

Heute drohen jedem, der gegen das Gesetz verstößt, indem er ohne Lizenz verkauft oder an Minderjährige verkauft, Bußgelder von bis zu fünf Millionen Dollar und/oder bis zu 14 Jahre Haft. Am 9. November schrieb Jodie Emery, eine der prominentesten Cannabis-Aktivisten Kanadas, in einem Twitter-Post: „Rechtlicher Cannabis-Engpass? Warum nicht die tausenden bestehenden Cannabislieferanten legalisieren, die die Nachfrage – friedlich, einvernehmlich und ohne Gewalt oder Zwang – seit Jahrzehnten bedienen? BC ist weltberühmt dafür, tonnenweise hochwertiges Cannabis zu besitzen. Es ist bereits da.“

Schwarzmarkt-Dealer freuen sich darüber, dass so viele Dispensaries, ihre größte Konkurrenz, geschlossen wurden. Sie erwarten, dass ihnen die Kunden aufgrund niedrigerer Preise treu bleiben. „Die meisten Leute sind keine Connaisseurs und haben nicht viel Geld für Gras“, sagte ein Dealer in einem Interview mit The Guardian.

„Sie wollen einen guten Deal und kümmern sich nicht um die Qualität. Wenn die von der Regierung bestimmten Preise zu hoch sind, gibt man diesen Leuten keine andere Möglichkeit, als sich an den Schwarzmarkt zu wenden.“ Da außerdem der THC-Gehalt des von der Regierung genehmigten Weeds auf etwa 20 Prozent beschränkt ist, werden einige Konsumenten am Schwarzmarkt festhalten, um qualitativ noch hochwertigere Blüten kaufen zu können.

„Was weiß die Regierung über den Anbau von Gras?“ Auf diese Frage stieß die Autorin dieses Artikels während ihres sommerlichen Aufenthalts in Toronto oft – eine Meinung, die von einem anderen Dealer geteilt wurde: „[Regierungs-Weed] wird in Massenproduktion hergestellt werden, so wie Budweiser-Bier, alles von der Stange, generisch, es wird jedes Mal gleich schmecken. Es wird nicht sehr potent sein, also ist es so, als würde man eigentlich nur eine Geschmacksrichtung kaufen.“

Rosalie Wyonch, eine Polit-Analytikerin am CD-Howe-Institut, zeigt sich nicht überrascht von Kanadas Cannabis-Engpass und prognostiziert, dass die Regierung bis zu 800 Millionen Dollar an Einnahmen an den Schwarzmarkt verlieren könnte. In einem Interview mit Merry Jane kritisierte Emery die neuen Bestimmungen und sagte: „Die Legalisierung sollte die Industrie legalisieren, die trotz des Verbots wuchs, anstatt die Pioniere und Verbotsopfer auszuschließen.“

Kanadas Cannabis-Engpass / by Tasha Kerry für Sensi Seeds

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Vielen Dank an Tasha Kerry für den Text.
Sensi SeedsTasha Kerry